Als Favorit gilt der jetzige Präsident (Goodluck) Jonathan von der Peoples Democratic Party (PDP). Er übernahm zunächst kommissarisch im Februar 2010 das Amt vom schwer kranken und später im Mai 2010 verstorbenen Umaru Yar'Adua.

Die Wahl wurde in den letzten Monaten aufgrund von organisatorischen Problemen bereits zweimal verschoben. Leiter der unabhängigen Wahlkommission (INEC) ist Attahiru Jega, renommierter Professor der Bayero University in Kano.
Die Wahl ist die vierte konsekutive Präsidentschaftswahl seit dem Jahr 1998.
Aussichtsreiche Kandidaten neben Jonathan sind Muhammadu Buhari vom Congress for Progressive Change (CPC) sowie Nuhu Ribadu, ehemaliger Beauftragter gegen Wirtschaftskriminalität (Economic and Financial Crimes Commission) vom Action Congress of Nigeria (ACN).
Kurz zuvor fanden die Parlamentswahlen statt. Die Regierungspartei von Jonathan erlitt erhebliche Verluste. Dennoch bekam die PDP 58 von 90 ausgezählten Senatssitzen und 123 von insgesamt 218 Abgeordnetenmandaten.
In dem von ethnischen Konflikten geprägten Land wohnen 151 Millionen Menschen, davon leben ca. 50% im sunnitisch geprägten Norden und ca. 40% im christlich-animistischen Süden. Insgesamt gibt es 521 veschiedene Sprachen und mehr als 250 unterschiedliche Ethnien in Nigeria. Die größten Volksgruppen sind die Fulben (auch Fula), die Hausa und die Yoruba, deren geografische Verbreitung sich weit über die Grenzen des Landes hinaus erstreckt.
Ein Beispiel für die konfliktreiche Situation im Land bildet der seit 1999 andauernde Sharia-Konflikt, bei dem neun nördliche Bundesstaaten die Sharia als vollständige Rechtsgrundlage gegen die Auffassung der Zentralregierung einführten. In weiteren drei Regionen gilt diese bereits für die muslimische Bevölkerung als Hauptteil des Zivil- und Strafrechts.
Eine Explosion ereignete sich am Samstag an einer Polizeistation in Maiduguri im Nordosten des Landes noch bevor die Wahllokale geöffnet wurden. Dies war der zweite schwere Vorfall nachdem am Freitag eine Bombe in der gleichen Stadt aus einem fahrenden Auto geworfen worden war. Die Explosion zerstörte Geschäfte und Stände in der Umgebung, jedoch wurde niemand verletzt. Die Wahlen werden unter dem Einsatz von annähernd 17.000 Sicherheitskräften durchgeführt.
Insgesamt steht die Wahl unter dem Gesichtspunkt der Demokratisierung des Landes, was sich jedoch aufgrund der weit verbreiteten Korruption sowie der bewaffneten Konflikte mit Milizen und separatistischen Bewegungen, wie der Kampf für die Emanzipation des Nigerdeltas, als eine schwierige Aufgabe herausstellen wird.
75% der Staatseinnahmen Nigerias als größter Ölexporteur Afrikas sind entweder direkt oder indirekt vom Ölgeschäft abhängig. Die größten Teile der Erdölindustrie sind im südlichen Nigerdelta ansässig. Die Verteilung der Einnahmen aus den Geschäften führt regelmäßig zu innenpolitischen Unruhen durch bewaffnete Rebellengruppen.
Erste Prognosen zum Wahlergebnis werden in einigen Tagen erwartet. Möglich ist auch ein Kopf-an-Kopf Rennen und eine anschließende Stichwahl zwischen den beiden aussichtsreichen Kandidaten Jonathan und Buhari.
weitere Informationen zur Wahl:
Kampagnenwebsite von Nuhu Ribadu
Kampagnenwebsite von Muhammadu Buhari
Kampagnenwebsite von Ibrahim Shekarau
Website der unabhängigen Wahlkommission
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Länderinfo:
Fläche: 923.768 km² (im Vergleich: Deutschland 357.112 km²)
Einwohner: 151.212.000 - 164 je km²
Hauptstadt: Abuja
Amtssprache: Englisch
Währung: 1 Naira = 100 Kobo (1 € ca. 184,90 N)
Religionen: 50 % Moslems, 40 % Christen, 10 % indigene Glaubensrichtungen
Unabhängigkeit: seit 1960 (zuvor brit. Kolonie)
Gini-Index: 43,7
Human-Development Index: 0,423 (2010)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner/Jahr: 1.389 US-Dollar (IWF, 2010)
Verweise: Adua, Attahiru, Christen, Democratic, Fula, Fulbe, Goodluck, Jega, jonathan, Korruption, Korruptionsbeauftragter, Maiduguri, Miliz, Nigerdelta, Nigeria, Öl, Party, PDB, Peoples, Präsident, Sharia, Staatseinnahmen, Sunniten, Umaru, Wahl, Wahlkommission, Yar, Yoruba










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