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São Paulo/Port-au-Prince Ein gewaltiges Erdbeben hat den Karibikstaat Haiti erschüttert und zahlreiche Opfer gefordert. Dem Beben der Stärke 7,0 folgten in der Nacht zum Mittwoch mehr als zehn Nachbeben. Das Telefonnetz brach zusammen. In Port-au-Prince wurden unter anderem UN-Gebäude und der Präsidentenpalast völlig zerstört. Der Botschafter Haitis in den USA, Raymond Joseph, sagte: «Ich befürchte, es ist wirklich eine Katastrophe großen Ausmaßes.» Die USA und weitere Staaten sagten der haitianischen Regierung Unterstützung zu. Die ersten Hilfslieferungen sollen schon im Laufe des Mittwochs in Haiti eintreffen. |
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Verzweifelte Frau vor ihrem vom Erdbeben zerstörten Haus in Port-au-Prince, Haiti. (Photos: Twitter & Gitty Images) |
weitere Informationen: Redaktion: Jan Braune Quelle: dpa geändert |
Nach Angaben des seismologisch-geologischen Institutes der USA lag das Epizentrum etwa 16 Kilometer westlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince in 10 Kilometer Tiefe. Das Beben habe sich am Dienstag um 16.53 Uhr Ortszeit (22.53 Uhr MEZ) ereignet. Für mehrere Karibikstaaten galt zunächst eine Tsunami-Vorwarnstufe, die aber im Verlauf der Nacht wieder zurückgenommen wurde. Mehr als zehn Nachbeben versetzten die Menschen in Angst und Schrecken. Sie erreichten eine Stärke von mehr als 5,0.

Erste Bilder zeigten völlig zerstörte Häuser. Die Vereinten Nationen teilten mit, dass auch das Hauptquartier der UN-MINUSTAH- Mission stark beschädigt worden sei. In dem rund neun Millionen Einwohner zählenden Land sind seit 2004 UN-Friedenstruppen im Einsatz. Die Einheit setzt sich aus rund 7000 Soldaten aus 18 Ländern und 1600 Polizisten zusammen. Laut UN werden zahlreiche UN- Mitarbeiter in Haiti vermisst. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon zeigte sich «sehr besorgt». Bis in die Nacht gab es keine offiziellen Angaben über Verletzte oder Tote. Allerdings sagte Botschafter Joseph, er befürchte, dass die Zahl der Opfer «ziemlich hoch» sein werde.

Mitarbeiter von Hilfsorganisationen berichteten, dass Menschen verzweifelt versuchten, in der Dunkelheit Verschüttete aus den Trümmern zu retten. Der haitianische Präsident René Préval und seine Frau überstanden das Erdbeben unbeschadet. Dies bestätigte die First Lady, Elisabeth Debrosse Delatour, nach Angaben Josephs in einem Telefonat. Ihren Angaben zufolge seien aber der Präsidentenpalast und das Handelsministerium in Port-au-Prince beschädigt worden. «Wenn diese (stabilen) Gebäude beschädigt sind, können sie sich vorstellen, was mit all den wackligen Behausungen an den Hängen rund um Port-au- Prince passiert ist.»

Die USA sagten Haiti ihre volle Unterstützung zu. US-Präsident Barack Obama sagte: «Meine Gedanken und Gebete sind bei denen, die von dem Erdbeben betroffen sind.» Die US-Regierung beobachte die Situation genau und sei bereit, den Menschen auf Haiti zu helfen. In den USA liefen bereits die Vorbereitungen für Hilfslieferungen an. Der Flughafen in Port-au-Prince soll noch funktionsfähig sein. Auch Venezuela kündigte an, Rettungsteams nach Haiti zu entsenden. Haiti gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Etwa 80 Prozent der Haitianer müssen von weniger als zwei U-Dollar am Tag leben, die Hälfte der Bevölkerung hat sogar weniger als einen US-Dollar am Tag zur Verfügung.

Verweise: Erdbebeben, Haiti, Karibik, Port-au-Prince, Twitter




«Es ist schrecklich, schrieb sie in einer E-Mail. «Ich glaube, es gibt viele Tote.» Telefongespräche waren nicht möglich, weil die Netze zusammengebrochen waren.
Vor allem in den Slums seien viele Hütten und Behausungen eingestürzt. Auch in der Nacht gab es immer wieder Nachbeben.
Berichten zufolge wurden der Nationalpalast, die Kathedrale und eine Reihe von Hotels zerstört oder schwer beschädigt, darunter auch das Hotel Christopher, der Sitz der UN-Stabilisierungsmission MINUSTAH. Außerdem seien in der Geschäftsstraße Delmas viele Gebäude zusammengebrochen. Ein Kinderkrankenhaus, zwei Ministerien und ein Geschäftsgebäude, in dem unter anderem die Vertretung der Europäischen Union ihre Büros hat, seien ebenfalls schwer beschädigt worden.
Der Sprecher der Botschaft der Dominikanischen Republik Port-au-Prince, Pastor Vásquez, sagte: «Viele Gebäude sind zusammengestürzt, viele Menschen suchen nach ihren Angehörigen.» Es herrsche sehr großes Chaos, die Sirenen heulten und die Menschen liefen verzweifelt umher.
Ein Mitarbeiter einer amerikanischen Hilfsorganisation sagte, Menschen suchten in den Trümmern nach Überlebenden, jedoch die Hoffnung sei nicht sehr groß.
Nach anderen Berichten stürzte ein Krankenhaus in der Umgebung von Port-au-Prince zusammen, jedoch gab es zunächst keine Informationen über mögliche Verletzte oder Tote.
Der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley, sagte nach Angaben des Fernsehsenders CNN, die USA befürchteten eine große Zahl von Todesopfern. Crowley sagte, der US- Diplomat David Lindwall habe von zusammengestürzten Mauern und vielen Verletzten und Toten berichtet. Die Mitarbeiter der Botschaft hätten verschiedene eingestürzte Gebäude gesehen und auch zahlreiche Leichen. Die Zahl der Toten und die Größe der Schäden sei schwer einzuschätzen, sagte Crowley.
Am Mittwochmorgen müsse zunächst geklärt werden, wie der Zustand des Flughafens sei und wohin Hilfsmannschaften geflogen werden könnten. Ein Spezialteam arbeite während der Nacht daran, wie Hilfe zu den Opfern gebracht werden könne, sagte Crowley. Die Telekommunikation in Haiti sei äußerst schwierig, da die Telefonverbindungen von dem Beben stark in Mitleidenschaft gezogen worden seien.