Bei der EM nahmen die Spanier Serbien noch auseinander. Diesesmal sollte es nicht so leicht werden. (Foto: GettyImages)
Die ersten fünf Minuten wurden von guter Defensive und starker Offensive von beiden Seiten beherrscht, aber auch teilweise Unkonzentriertheit. Pässe landeten direkt in den Armen des Gegners und Bälle wurden verdribbelt. Etwas, das man von zwei solchen Topmannschaften nicht erwarten sollte. Doch dann kämpften die Serben sich einen passablen Vorsprung heraus. Zwischenzeitlich stand es 21:13 für Serbien. Die Teamleistung der Serben war überragend, überraschend gut war Nemanja Bjelica. Vor allem der Spanier Juan Carlos Navarro führte die Spanier am Ende des ersten Viertels auf einen Stand von 27:23 heran.
Im zweiten Viertel fiel zwei Minuten lang kein einziger Korb in dem Topspiel. Erst Nenad Krstic brach mit einem Dreier den Bann. Aber auch die Spanier fanden zu ihrer Konzentration. Die Defensive bei den Spaniern stoppte die Serben mehrfach überragend und brachte sie bis auf einen Punkt heran. Vor allem Fran Vazquez hielt die Serben unter dem Korb fern und verhinderte zwei Körbe mit überragenden Blocks. Seine starke Verteidigung störte das Spiel der Serben enorm, doch sie ließen sich davon nicht beirren und warfen verstärkt aus der Distanz. Dies brachte den Serben wieder eine zwischenzeitliche acht Punkte Führung. D
ie Spanier ließen sich allerdings nicht abschütteln und hielten sich mit guter Verteidigung und schnellem Aufbau im Angriff im Spiel. Von der Verteidigung ließen sich die Serben aber nur bedingt beeindrucken. Trotz Block von Marc Gasol spielten die serbischen Basketballer weiterhin ihr Spiel und lieferten auch im zweiten Viertel eine überragende Teamleistung ab. Das zeigt sich auch durch die nur zwei Turnover der Serben. Damit ging das Spiel mit 49:41 für die Serben in die Halbzeitpause.
Das Spiel lieferte nach der Halbzeitpause zunächst einmal einen schwachen Basketball. Die Serben rannten gegen die spanische Verteidigung an und die Spanier machten fünf Punkte durch Freiwürfe. Nach einem weiteren erfolglosen Angriff der Serben konnten die Spanier durch einen Dreier von Jorge Garbajosa auf 49:49 ausgleichen. Die Serben spielten fortan unkonzentriert. Ein Fastbrake wurde durch einen Schrittfehler von Aleksandar Rasic gestoppt, der scheinbar einen schlechten Tag hatte und schlecht spielte.
Das Spiel war wieder offen, doch die agressivere Verteidigung der Spanier setzte die Serben unter Druck. Doch das Spiel blieb ausgeglichen, nahm aber zusätzlich an Härte zu. Die Verteidigung auf beiden Seiten wurde intensiver und auch der Kampf um den Ball wurde agressiver. Sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff schenkten sich die beiden Mannschaften nichts und hielten das Spiel weiterhin spannend. Die Führung wechselte in den folgenden Minuten immer wieder. Am Ende des dritten Viertels stand es schließlich 67:64 für die Serben.
Die Serben begannen das letzte Viertel fulminant und brachten sich schnell in eine 72:64 Führung. Die Spanier waren geschockt von der Stärke der Serben, ließen aber deswegen nicht locker, im Gegenteil. Der amtierende Weltmeister erhöhte sogar noch seinen Druck in der Verteidigung, die Serben schienen aber kaum mehr zu stoppen und spielten sich geschickt durch die spanische Verteidigung. Darauf reagierten die Spanier sofort und stellten ihre Verteidigung auf einen Zonenverteidigung um. Diese konnte einen Angriff der Serben stoppen, aber der Angriff der Spanier scheiterte und die Serben konnten mit einem Fastbrake wieder punkten.
Die spanischen Spieler wirkten deprimiert, denn auch die umgestellte und noch immer sehr starke Verteidigung konnte die Serben nicht bremsen. Langsam gingen den Serben jedoch die Spieler aus. Viele Spieler der Serben hatten bereits vier Fouls und kassierten teilweise schon ihr fünftes Foul. Nach dem fünften Foul von Bjelica kamen die Spanier plötzlich wieder zurück und spielten sich zwei Minuten vor Schluss auf 86:84 heran. Mit einer Auszeit versuchten nun die Serben diesen Lauf zu bremsen. Das Spiel blieb jedoch weiterhin offen. Beide Mannschaften rafften sich kurz vor Ende noch einmal zusammen. Die Spanier konnten 25,8 Sekunden vor Schluss mit einem Dunking von Marc Gasol auf 89:89 ausgleichen.
Die Taktik der Spanier für die letzten Sekunden schien klar: Die Serben hatten im gesamten Spiel eine schlechte Wurfquote von der Freiwurflinie. Doch die Spanier gingen nicht auf das Foul. Drei Sekunden vor Schluss machte Milos Teodosic einen unglaublichen Dreier, zwei Schritte noch von der Dreierlinie entfernt. Das sollte der Siegtreffer sein. Serbien verbuchte den verdienten 92:89 Sieg und brachte sich so in das Halbfinale der Weltmeisterschaft am Freitag gegen den Gewinner der zweiten Partie heute abend Türkei gegen Slowenien.
Verweise: Aleksandar, Basketball, Bjelica, Carlos, Garbajosa, Gasol, Istanbul, Jorge, Juan, Krstic, Marc, Milos, Nachbericht, Navarro, Nemanja, Nenad, Rasic, Serbien, Spanien, Spielbericht, Teodosic, Türkei, Viertelfinale, Weltmeisterschaft, WM



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