Beim ersten Rennen konnte Polesetter Augusto Farfus den fliegenden Start vorerst für sich entscheiden. Allerdings wurde er in Führung liegend direkt beim Anbremsen auf die erste 90-Grad-Kurve von Rob Huff angeschoben und kam somit nur als Vierter aus der ersten Kurve heraus. Huff, Menu und Coronel konnten durchschlüpfen. Yvan Muller lag hinter Farfus auf Rang fünf. In Runde 4 konnte sich der Brasilianer Farfus dann an Tom Coronel vorbeischieben, während in der gleichen Runde eine Durchfahrtsstrafe für Rob Huff wegen des Schubsers in Kurve eins angezeigt wurde. Dabei konnte er wohl nicht allzu viel dafür, da auch er selbst einiges auf die hintere Stoßstange bekam. Zwei Umdrehungen später schnappte sich auch Yvan Muller den Niederländer Tom Coronel, er schob sich ebenfalls in der letzten Kurve vor Start/Ziel innen durch. Die Durchfahrtsstrafe für Huff spielte Meisterschaftsleader Muller natürlich in die Karten, zumal auch die anderen Titelkandidaten in Schwierigkeiten steckten: Priaulx verlor am Start viele Plätze, Gabriele Tarquini musste seinen Seat sogar nach einer Kollision in Kurve 1 komplett abstellen und schied aus.
In Runde neun gab es dann den endgültigen K.O. für Rob Huff. Er bekam, noch immer klar in Führung liegend, aufgrund der nicht angetretenen Drive-Through-Strafe die schwarze Flagge gezeigt und musste das Rennen beenden. Den ersten Platz erbte sein Teamkollege Menu, der vor Augusto Farfus und Yvan Muller den ersten Sieg eines Chevrolet in der Motorsport Arena klar machte. Bester Rookie wurde der Däne Michel Nykjaer im Seat Leon TDI, die Wertung der Independents' Trophy gewann Kristian Poulsen im BMW 320 si.
Rennsieger Alain Menu war sich des glücklichen Erfolgs bewusst und verteidigte den Start seines Markenkollegens: "Ich habe lange auf meinen ersten Saisonsieg warten müssen, es war schön, hier als erster Chevy zu gewinnen, das war mir zuvor gar nicht bewusst. Die erste Kurve ist hier immer sehr schwer, da bin ich mir nicht sicher, ob die Strafe für Rob so gerecht ist. Es hat jeder geschoben, da ist es schade für ihn, dass er bestraft wurde."
Im zweiten Rennen sprach dann beim stehenden Start alles für den 3-fachen Weltmeister Andy Priaulx im heckangetriebenen BMW 320 si. Durch seinen sechsten Platz im ersten Rennen startete er aufgrund der "reversed grid"-Regelung hinter Norbert Michelisz und Michel Nykjaer von Startplatz drei. Erwartungsgemäß sprintete der Routinier aus Großbritannien schon nach wenigen Metern an den beiden frontgetriebenen Seats vorbei und kam mit einem beachtlichen Vorsprung in die erste Kurve, wodurch er sich jegliche Rangelei ersparte.
Dahinter konnten Michelisz und Nykjaer zumindest Position zwei und drei vorerst verteidigen. Bereits nach wenigen Runden klopfte Monteiro dann heftig bei Nykjaer an, der daraufhin zurück fiel. Monteiro kassierte dafür eine Durchfahrtsstrafe, die er, anders als Rob Huff im ersten Rennen, auch wenig später antrat. Nach und nach ließen die Seats weiter Federn, so dass sich Farfus auf zwei und Muller auf drei hinter dem weiter souverän führenden Andy Priaulx einreihen konnten. In dieser Reihenfolge kamen die ersten drei dann auch ins Ziel.
Im Hinterfeld kämpften sich im Rennverlauf Rob Huff und Gabriele Tarquini nach vorne, die von 17 und 20 am Ende noch auf sieben und neun vorfuhren und damit wichtige Punkte für die Meisterschaft sammeln konnten.
Am Ende hatte also im Vergleich zum ersten Rennen lediglich Andy Priaulx den Platz von Alain Menu eingenommen, der zweite und der dritte Platz blieben mit Farfus und Muller unverändert, gleiches galt für die Wertungen des besten Rookies und besten Privatfahrers, in denen erneut Nykjaer und Poulsen siegten.
Verweise: BMW, Chevrolet, Coronel, Engstler, Farfus, Huff, Menu, Michelisz, Monteiro, Motorsportarena, Müller, Nykjaer, Oschersleben, Poulsen, Priaulx, Seat, Tourenwagen, WTCC





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