Kampf gegen illegalen Fischfang | Magdeburger Nachrichten

Kampf gegen illegalen Fischfang

Von  | 15. Oktober 2011 | Kategorie: Wirtschaft in Europa

Strassburg. Rund 15 % aller Fisch­fänge weltweit sind illegal und gefährden die bereits stark geschwächten Be­stände vieler Fisch­arten. Als welt­größter Markt für Fischereiprodukte trägt die EU besondere Verantwortung, befanden EU-Abge­ordnete im Fischereiausschuss und forderten energische Maßnahmen gegen illegale Fangflotten und ein weltweites Siegel für nachhaltigen Fischfang.

Zwei Drittel der Weltmeere sind Niemandsland, kein Staat kann hier Fischfangquoten bestimmen oder Überfischung verhindern. Die EU müsse daher eine Führungsrolle einnehmen und gemeinsam mit den Vereinten Nationen und regionalen Fischereigremien ein weltweit gültiges Abkommen entwickeln, forderte die Berichterstatterin der Grünen, die Schwedin Isabella Lövin.

"Wir müssen sicherstellen, dass gewissenlose Flotteneigner nicht einfach unter anderer Flagge fahren, um sich ihrer Verantwortung zu entziehen. Viele Fischbestände weltweit sind bereits gefährlich dezimiert, der illegale Fischfang könnte das Fass zum Überlaufen bringen."

Selbst das organisierte Verbrechen beteilige sich mittlerweile am illegalen Fischfang. Gleichzeitig würden diese Schiffe für den Handel mit gestohlenen Waren, Drogen, und Waffen und den Transport von Terroristen und Flüchtlingen verwendet.

Wege aus der Krise


Die technischen Mittel zum Kampf gegen illegale Fangflotten seien vorhanden, der politische Wille fehle hingegen, kritisierten die Abgeordneten. So sollten EU-Staaten, die gegen die Fischereiquoten verstoßen, mit Sanktionen belegt werden können.

Nötig sei auch eine schwarze Liste aller illegalen Schiffe. Dafür müssten mehr Inspektionen auf hoher See durchgeführt werden. Auch sollten nationale Sicherheitsbehörden mehr kooperieren. Gebrauchte Schiffe dürften nur verkauft werden, wenn die neuen Eigner klar identifizierbar seien. Auch sollten EU-Kontrollprogramme besser mit nationalen und internationalen Initiativen koordiniert werden.

Als weltgrößter Markt für Fischereiprodukte könnte die EU auch durch den konsequenten Verzicht auf illegal gefangene Fische und Meeresfrüchte viel erreichen. Die USA, Japan und China sollten sich diesem Boykott ebenfalls anschließen. Anstatt sich auf Strafzölle für illegale Importe zu verlegen, müsse die EU jedoch ein weltweit gültiges Zertifizierungssystem für nachhaltigen Fischfang entwickeln und umsetzen, forderten die Abgeordneten.

Die weiteren Schritte


Der Fischereiausschuss stimmte einstimmig für den Bericht Lövins. Im Plenum soll während der Sitzung im November in Strassburg über die Vorschläge abgestimmt werden.

weitere Informationen:
- Berichtsentwurf zur Bekämpfung illegalen Fischfangs
- Webseite des Fischereiausschusses der EU (eng)







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